Integration im Autohaus Peter
Thüringens Ministerpräsident Ramelow (Vierter v. r.) lobt Modellprojekt für Flüchtlinge im Autohaus Peter in Nordhausen. Foto: Müller

Integration im Autohaus Peter

Nordhausen. 15 Flüchtlinge haben am Mittwoch in einem Modellprojekt beim Autohaus Peter in Nordhausen ihre Ausbildung begonnen. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, der Anfang Januar zusammen mit Bundesarbeitsagenturchef Frank-Jürgen Weise das Pilotprojekt startete, gratulierte den neuen Azubis.

„Wir schaffen das“, zeigte sich der Ministerpräsident zuversichtlich, „denn wenn wir es nicht schaffen, dann schafft es uns.“ Genau ein Jahr nach dem Satz der Bundeskanzlerin („Wir schaffen das“) saß Ramelow erneut neben dem Nordhäuser Unternehmer Helmut Peter und lobte diesen für seinen Mut und seine Sturheit. „Ich danke ihm ausdrücklich, dass er sich nicht beirren ließ“, so Ramelow, denn von einer Ankündigung alleine entwickle sich nichts.
Nach einem Gespräch mit Kanzleramtsminister Peter Altmaier im Oktober 2015 wurde Peter in der Flüchtlingsfrage aktiv. Seit Vertragsunterzeichnung einer Einstiegsqualifizierung für sieben Flüchtlinge – im Beisein von Ramelow und Weise – am 7. Januar konnten diese ihr Talent in den Werkstätten und Autohäusern zeigen, Einblicke in die Berufswelt erlangen und praktisch ihre Sprachkenntnisse vertiefen. „Jeder von ihnen hat inzwischen eine Wohnung, einige gehen in Sportvereine, spielen Fußball, sind voll integriert – auch bei unseren Mitarbeitern“, sagte Peter.
15 Flüchtlinge aus Eritrea, dem Irak und Syrien haben am 1. September in einem Modellprojekt ihre Ausbildung bei Peter begonnen. „Ich bin zuversichtlich, dass sie im Jahr 2020 alle die Facharbeiterprüfung erfolgreich ablegen können“, so Peter. Naiv, so Ramelow, könne der Satz nicht stehenbleiben: „Der Satz alleine ‚Wir schaffen das‘ reicht nicht aus.“ Wichtig sei, wie die Bedingungen seien, die Frage der Unterbringung und der Qualitätsbegleitung.
Ramelow sieht zwei Prozesse in Gang gesetzt. Einerseits habe man auf dem Weg des Pilotprojekts bereits viel gelernt: „Weil Integration eben nicht auf Knopfdruck funktioniert. Wenn die Verwaltung immer wieder Auflagen hat, an denen Projekte scheitern, dann verlierst du auch irgendwann die Nerven.“ Wichtig sei, diese Erfahrungen zu analysieren. Andererseits diskutiere er offensiv das Thema Zuwanderung: „Wir müssen endlich unsere emotionale Bremse lösen.“ Und „uns nicht von den angstmachenden Treibern ins Bockshorn jagen lassen“, warnte Ramelow. Sozialministerin Heike Werner überreichte Peter symbolisch einen Scheck in Höhe von 84 937,35 Euro für das Projekt „Assistierte Berufsvorbereitung und Begleitung durch den Arbeitgeber“ (ABBA). gm

Authored by: Hallo Redaktion

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