Gesegnet in die Session
Foto: Richter

Gesegnet in die Session

Wo die Gruppen der Interessengemeinschaft Eichsfelder Carneval-Vereine auftauchen, ist Gaudi angesagt – selbst im Gotteshaus. Doch das machte die Karnevalsmesse in St. Cyriakus nicht zu einer Spaßveranstaltung. Propst Bernd Galluschke schlug in einer ausgefallenen Predigt kritische Töne an.

Der Propst tat, was ein guter Büttenredner tun muss: Missstände aufzeigen und witzig verpacken. Und er lieferte die Lösungsvorschläge gleich mit – oder hatte jedenfalls einen „Kollegen“ an seiner Seite, der das für ihn tat: Miraculix, den Druiden aus den Asterix-Comics.

In der Rolle des gallischen Zauberers mit den hilfreichen Tinkturen aus allerlei Kräuterkram machte Verena Nöhren Vorschläge zum besseren Gelingen des Gemeinde- und Gesellschaftslebens, nicht jedoch, ohne „Die spinnen, die Katholiken“ anzubringen.

„Spaßbremsen bei der eigenen Beerdigung“

Gegen die Pauschalkritik wehrte sich Galluschke vehement, gab aber zu, dass nicht alles im Lot sei. In der Kirche säßen manche da wie die „Spaßbremsen bei der eigenen Beerdigung“, es gebe Leute, die Knöpfe in die Kollekte legten: „Damit ich damit spielen kann, oder was?“ Der Zaubertrank müsse bewirken, dass „die Leute nicht dauernd bei der Predigt einschlafen“, so Galluschke, „und dass sie aufhören, an ihren Smartphones rumzudaddeln“.

Ein Problem habe er auch damit, wenn Leute meinten, es müsse alles bleiben, wie es immer schon war. „Wenn das richtig wäre, würden wir uns immer noch von Ast zu Ast schwingend fortbewegen.“ „Ideespritz“  und „Action-Flutsch“ warf „Miraculix“ dagegen in den Topf.

„Mutbürgerwurz“, sei eine „super Idee“ dazu, meinte Galluschke.Engel-Klau auf dem Friedhof brauche ein Gegenmittel und auch die Familienunfreundlichkeit. „Mach-Kinder-viel“ beim Brautgespräch.Das sei die Lösung in der Frage um die Schließung der Geburtshilfe in Duderstadt, konterte „Miraculix“, der, so Galluschke, für eines kein Mittelchen liefern könne: Der Heilige Geist wachse nicht im Kräutergarten. Um den müssten auch Karnevalisten beten.

„Lambada“ vorm Altar

Das taten sie. Denn trotz der musikalischen Begleitung der Brass & Drum-Band, die zwischen Karnevalsschlagern und Gospels unterwegs war, trotz der Narrenrufe der beteiligten Karnevalsvereine aus Bilshausen, Desingerode, Hilkerode, Krebeck, Mingerode und Rüdershausen, Rollshausen, Westerode und Wollbrandshausen, trotz „Lambada“ mit Tanzmariechen Lara Paulina Beck: Es war ein Gottesdienst, den die Narren feierten. Entsprechend endeten sie mit dem Segensgruß – und einem „Eichsfeld Helau“.

Authored by: Nadine Eckermann

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