Mehr Straftaten, weniger Sexualdelikte
Symbolbild (Foto: Archiv)

Mehr Straftaten, weniger Sexualdelikte

Duderstadt. Rohheits- und Sexualdelikte sind rückläufig im Eichsfeld, seit 2010 hat es keinen Mord oder Totschlag mehr gegeben. Gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt hat sich die Zahl der Wohnungseinbrüche in 2016.

Die Statistik des Polizeikommissariats Duderstadt für das vergangene Jahr verzeichnet 44 Wohnungseinbrüche. 2015 waren es 21. Sogar verdreifacht hat sich die Zahl der sogenannten Tageswohnungseinbrüche – von fünf auf 15. Nicht in allen Fällen seien die Täter erfolgreich gewesen, sagt Polizeichef Karl-Hubert Wüstefeld. Auch wegen Sicherheitsvorkehrungen der Bürger sei es häufig beim Einbruchsversuch geblieben. Wüstefeld geht davon aus, dass rund ein Drittel der Einbrüche auf das Konto organisierter Banden und reisender Täter geht. Die Gesamtzahl der Eigentumsdelikte erhöhte sich von 513 auf 542.

Ansonsten ist es im Eichsfeld aber relativ sicher. Die Gesamtzahl der Straftaten ist leicht gestiegen um 3,6 Prozent von 1623 auf 1681. Wüstefeld spricht von normalen jährlichen Schwankungen. Erfreut ist der Polizeichef, dass die Sexualdelikte von 27 auf 9 zurückgegangen sind, der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen von zwölf auf zwei. Wie im Jahr zuvor handelte es sich eher um leichte Fälle von sexueller Beleidigung bis Nötigung, eine Vergewaltigung war nicht dabei. Alle Fälle konnten aufgeklärt werden.

Sorgen bereitet Wüstefeld, dass die Aufklärungsquote bei der Gesamtzahl der Straftaten erstmals seit Jahren unter 60 Prozent gesunken ist. Das führt er auf den Anteil „aufklärungsungünstiger“ Delikte wie Diebstähle aus Autos und Vandalismus zurück. Anders sieht das bei den 294 Rohheitsdelikten aus, die zu mehr als 90 Prozent aufgeklärt werden konnten: „Bedrohung, Körperverletzung und Raub trefffen die Menschen ins Mark“.

Während landesweit Aggressionen gegenüber Polizeibeamten zugenommen haben, gab es beim PK Duderstadt einen leichten Rückgang – mit 37 Fällen von Widerstand gegen Polizisten zwei weniger als im Vorjahr. Leicht gesunken auf 179 ist auch die Zahl der Sachbeschädigungen, leicht zugelegt haben die Betrugsdelikte (287) – von bestellt und nicht bezahlt bis zu Internettricksereien.

Bei den 43 Betrugsfällen „zum Nachteil älterer Menschen“ wie „falsche Polizisten“ oder Enkeltrick sei es häufig beim Versuch geblieben, sowohl die Senioren als ihr Umfeld vorsichtiger geworden, sagt Wüstefeld. Erfreut ist er über den Rückgang häuslicher Gewalt, die sich durch alle Deliktfelder zieht. Bei den 117 Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz – 21 mehr als im Vorjahr – stehe nach wie vor Cannabis im Mittelpunkt, zunehmend aber auch Amphetamine. Völlig unauffällig seien die Geflüchteten im Eichsfeld. ku

Authored by: Redaktion

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