Pestalozzi-Schüler erhalten Abschlusszeugnisse
Von Rüdiger Franke

Pestalozzi-Schüler erhalten Abschlusszeugnisse

Nach einer Mischung aus Reden, musikalischen Auftritten und Theaterspiel haben Schüler der Pestalozzi-Schule am Freitag ihre Abschlusszeugnisse in Empfang genommen. Schulleiter Martin Struck thematisierte bei der Entlassungsfeier auch die Schulentwicklung in Duderstadt.   

„Ich bin froh, dass ich die verbindliche Zusage von unserem Schulträger, dem Landkreis Göttingen, erhalten habe, dass wir das gesamte nächste Schuljahr 2017/2018 hier in diesem Gebäude bleiben können“, sagte Struck unter lautem Beifall. „Ich weiß, dass wir diese Zeit auch brauchen werden, um zusammen mit der Niedersächsischen Landesschulbehörde, den Kollegien, Eltern und Schülerschaften der St.-Elisabeth-Schule, der Janusz-Korczak-Schule und hoffentlich auch der St.-Ursula-Schule den Übergang in ein anderes Gebäude so sanft und gewinnbringend wie irgend möglich zu gestalten“, betonte der Schulleiter.
Das Wort „Glauben“ zog sich wie ein roter Faden durch seine Ansprache – allerdings nicht im religiösen Sinne. Die Praxis der Inklusion lebe noch noch viel zu oft vom Glauben, dass allein die Auflösung der Förderschulen alles besser mache. „Vielleicht noch ein wenig Weiterbildung für die Kolleginnen und Kollegen, ein wenig Idealismus, ein ganz klein bisschen Geld – und alles wird gut. Das glaube ich nicht“, sagte Struck.
Es müsse nach seiner Ansicht gelingen, „dass wir im täglichen Leben die Macken, die Fehler, die Behinderungen der anderen nicht nur suchen und dann verurteilen, sondern sie als Bereicherung, zumindest aber als Herausforderung zum verändernden Handeln begreifen“, erklärte der Schulleiter und ergänzte: „Sonst können wir uns das hohe Wort Inklusion für Sonntagsreden aufsparen.“
Genauso sehe es „mit der Zukunft für dieses Schulgebäude und die umliegenden Bildungseinrichtungen aus“ – und mit allen, die in ihnen und um sie herum leben würden. „Wer beim Reden über den inklusiven Campus Duderstadt aus dem Blickfeld verliert, dass es hier um die einzigartige Idee des Zusammenwachsens von Menschen und Bildungseinrichtungen geht, außerschulisch, vorschulisch wie auch schulisch, egal welcher Herkunft und Bildung, der sitzt schnell einem Irrglauben auf“, meinte Struck.  Das gelte auch für diejenigen, die alles beim Alten belassen wollten und der Ansicht seien, man müsste lediglich Lehrer, Eltern und Schüler woanders unterbringen. Und das, ohne sie rechtzeitig im Vorfeld in den Entscheidungsprozess einzubeziehen

Glauben in Wollen verwandeln

Aus Sicht von Struck sei es auch ein falscher gedanklicher Ansatz, dass der Campus eine gute Gelegenheit sei, um Geld zu sparen. „Bildung kostet Geld, gute Bildung kostet mehr Geld, und inklusive Bildung kostet ein Vermögen, sie braucht Verlässlichkeit und Zeit.“ Der Schulleiter warnte außerdem vor dem Glauben, „dass inklusive Bildung ohne eine gleichzeitige Anpassung des trennenden dreigliedrigen Schulsystems auf Dauer Sinn machen kann“.  
An die Abschlussschüler gewandt sagte er, dass sie bei den vorangegangenen Worten vielleicht gerade bemerkt hätten, dass man für eine Sache brennen müsse. „Man muss den Glauben in ein Wollen verwandeln.“ Dann könne man Rückschläge, Zweifel und Enttäuschungen viel besser vertragen.
Für Musik sorgten Schüler der Klasse fünf und die Lehrer Kirsten Wittmeier und Martin Dierkes mit ihrer Interpretation des Hits „Geiles Leben“ sowie die Schüler Jonas Schneegans und Stephan Zmiric mit dem Klassiker „Knocking on heaven‘s door“. Viel Beifall  gab es zu Beginn für Schwarzlichttheater, das Schüler einer Arbeitsgemeinschaft mit Leiterin Antje Hirschleb präsentierten. art

Authored by: Redaktion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.